WOHER STAMMT DENN DIE SCHOKOLADE
DIE GESCHICHTE DES KAKAOS
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Bereits 600 n Ch. Entdeckten die Mayas der Halbinsel Yucatan den Kakaobaum. (Theobroma Cacao), und machten den Trank aus den Früchten dieses Baumes zum Nationalgetränk.
Später wurde der Kakaobaum „cacauatl“ genannt und regelrecht verehrt. Einer Legende zufolge ist dieser Baum königlichen Ursprungs.

Die Sage erzählt, dass eine schöne Tolteken-Prinzessin wegen ihres reichen Goldschatzes in Abwesenheit ihres Mannes getötet wurde. Aus dem Blut, das von der tapferen Ehefrau vergossen wurde, entstand der Kakaobaum. Seine Samen sind rot wie ihr Blut und bitter wie ihr Schmerz.
Kakaofrüchtesammler mussten 13 Tage vor der Ernte enthaltsam leben, dafür wurden dann am Tag der Ernte regelrechte Orgien gefeiert.

Zu dieser Zeit war die Zubereitung des Getränkes "TSCHOCOATL" sehr kompliziert und aufwendig. Aber auch schon damals wurde die Schokolade
durch Zugabe von Honig und Pfeffer verfeinert.
Der Aztekenkaiser Moctezuma II empfand besondere Leidenschaft für Schokolade. Bei den Mahlzeiten reichten ihm Frauen von außergewöhnlicher Schönheit ehrerbietig dieses Getränk in Goldbechern , die nur einmal verwendet werden durften und dann sofort in den an den Palast anschließenden See geworfen wurden.
Kakaobohnen waren so kostbar aber auch so haltbar, dass sie als Zahlungsmittel eingesetzt werden konnten. Ein Kürbis kostete drei Bohnen, ein Kaninchen kostete zehn, die Dienste einer Prostituierten oder schönen Sklavin kamen auf einhundert Bohnen.
Auch Steuern konnten in Kakaobohnen bezahlt werden und lagerten in den Vorratskammern oft mehr als einhundert Millionen Bohnen.

Um 1520 brachte Hernando Cortez brachte die Kakaobohnen dann nach Europa. Vom spanischen Hof aus verbreitete sich das sehr exklusive Getränk in ganz Europa. Durch den Zusatz von Zucker oder Honig wurde das bittere Getränk zur süßen Köstlichkeit. Im 17. und 18. Jahrhundert kamen immer mehr Menschen auf den Geschmack. In sogenannten Schokoladenstuben trank jetzt auch das gemeine Volk Schokolade, der Bedarf an Kakao stieg an. Auch Casanova wird nachgesagt, dass er seine unglaublichen Kräfte dem Genuss von Schokolade verdankt.
SCHOKOLADEGENUSS HEUTZUTAGE
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Heute ist Schokolade nicht mehr nur auf gesellschaftlichen Empfängen und Expeditionen gegenwärtig. Die Tafeln sind so billig, daß sie sich in den Industrieländern beinahe jeder zu jeder Zeit leisten kann. Und häufig genug auch leistet. Der Schokoladenhunger bei uns ist immens: Rund sieben Kilo nascht jeder Osterreicher im Jahr, nur noch übertroffen von Briten, Norwegern und Schweizern (zehn Kilo jährlich). Das Geheimnis der zarten Versuchung liegt gewiß nicht in ihrem Kaloriengehalt, wofür sie der Polarforscher Amundsen so schätzte. Die 2.311 Kilojoule (550 Kilokalorien) pro 100 Gramm sorgen bei den Naschkatzen eher für das schlechte Gewissen danach. Warum viele dennoch immer wieder zu Schokolade greifen, liegt möglicherweise unter anderem an den Inhaltsstoffen und deren Wirkung auf unseren Organismus.
Im Winter sind die Tage kürzer, wir halten uns seltener im Freien auf als während des Sommers - mit dem Ergebnis, daß wir weniger Tageslicht abbekommen. Dadurch wird in unserem Gehirn der "Gute-Laune-Stoff", das Serotonin, rascher abgebaut. Mit dem Griff zur Schokolade sorgen wir dafür, daß der Serotoninspiegel und damit unsere Stimmung wieder steigen: Der Zucker (in den meisten Naturkosttafeln sind rund 32 bis 37 Prozent Rohrrohzucker enthalten) ruft einen raschen Insulinausstoß hervor. Dieser wiederum regt die Bildung von Serotonin an. Die Kakaobutter in der Schokolade unterstützt den Effekt. Die Insulin- und Serotoninmenge bleibt für mehrere Stunden auf dem erhöhten Niveau.
Doch Zucker und Fett sind es nicht allein. Kakao und damit die geliebten Tafeln und Schoko-Nikoläuse enthalten Phenylethylamin - einen Stoff mit aufputschender Wirkung. Die Substanz ist ähnlich aufgebaut wie die körpereigenen Muntermacher Dopamin und Adrenalin. Sie steigern die Pulsfrequenz, erhöhen den Blutdruck und den Blutzuckerspiegel; sie bereiten den Körper damit auf Aktivität vor. Ähnlich anregend wirkt das Koffein, das sich auch in Schokolade versteckt.
Auf vergleichsweise geringen Mengen verweisen Wissenschaftler auch in bezug auf Serotonin und Phenylethylamin. In einer Tafel Schokolade wurden maximal 2,7 Milligramm Serotonin und 0,7 Milligramm Phenylethylamin gefunden. Bei Milchschokolade lagen die Werte für Phenylethylamin gar unter der Nachweisgrenze. Die Meinungen darüber gehen weit auseinander, ob die Substanzen überhaupt eine nennenswerte Wirkung auf den Organismus haben. Die Spuren, die in Schokolade enthalten seien, könnten jedenfalls keine objektive Wirkung hervorrufen - es sei denn, jemand sei besonders empfänglich dafür. Wie auch immer: Serotonin, Phenylethylamin und Koffein allein machen nicht glücklich. Für die Lust auf Schokolade gibt es noch andere Erklärungen, erinnern Psychologen. Viele Verbraucher empfinden die zarte Tafel als kleinen Luxus im Alltag, den man sich gönnen darf - man hat es sich schließlich verdient. Häufig wird Süßes aus einem Impuls heraus gekauft, vielleicht weil der Job mal wieder anstrengend war oder der Einkauf so stressig. Denn viele haben schon in jungen Jahren gelernt:
Wenn du fleißig oder artig bist, bekommst du ein Stück Schokolade. Der Belohnungsmechanismus läuft auch Erwachsenenalter immer noch ab.
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